Fair macht Schule- Einführungstage der WG 11/1

 

„Was stellt ihr euch unter fairem Handel vor?“, „Was bedeutet Nachhaltigkeit?“ Und „was versteht ihr unter Fairtrade?“. All das waren Fragen von Johanna Menzinger, Mitarbeiterin vom Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V., bei den Einführungstagen unserer Klasse. Richtig beantworten konnten wir sie eher nur zögerlich bis gar nicht.

 

In Gruppenarbeiten zeigte sie uns dann aber beispielsweise, dass selbst unser Gehweg nicht 100% Made in Germany ist. Wir erfuhren, dass der Naturstein aus Indien oder China kommt. Und auch bei der Herstellung von Kaffee, Textil und Handys analysierten wir, an Hand von Texten, die Umstände der Arbeiter und deren Lebensverhältnisse genauer. Debatten waren da natürlich nicht ausgeschlossen. Dazu zeigte sie uns anhand eines Rollenspiels, wie schwer es ist eine Lösung – zum Beispiel bei einer Sanierung der Mensa – zu finden. Nachhaltig wirtschaften, Umwelt, Probleme und Lösungsansätze (beispielhaft im Bereich Kinderarbeit) aber auch faire Bezahlung sorgten für hitzige Diskussionen unter den Schülern. Mit einem „Aufruf an euch“ inspirierte und spornte sie uns an, dass auch wir selbst unser Konsumverhalten hinterfragen. Ein Wort bei der Frage „Wie können wir unser Konsumverhalten verbessern“ war dabei oft „Weltladen“. Was das aber genau ist, wussten nur die wenigsten. Licht ins Dunkel brachte da Siegfried Kunze vom Weltladen in Heitersheim.

Er erzählte, dass der Weltladen von Ehrenamtlichen betrieben und der komplette Erlös gespendet wird. Sie helfen damit beispielsweise Kaffeebauern und Frauen-Zusammenschlüssen in Ländern wie Uganda. Am Ende zeigte er uns auch Kaffee oder Kunsthandwerkerartikel, die er mitgebracht hatte.„Eigentlich kann man alles ändern, wenn man will.“ Mit diesen Worten schickte uns Johanna Menzinger dann auf die darauffolgende Stadt-Rallye durch Bad Krozingen. Wir befragten dabei alle, die schon dieses Motto versuchen umzusetzen: Bio-Bauern, Wochenmarktstandbesitzer, Mitarbeiter von der Tafel oder auch Leute, die im Second-Hand-Laden arbeiten. Mitarbeiter von größeren Modeketten und Passanten blieben dabei aber auch nicht außen vor. Den Abschluss machte dann eine Fragerunde mit Bürgermeister Volker Kieber, in welcher wir ihn mit kritischen Fragen über Themen wie „wie ökologisch ist es im Rathaus?“ oder „woher kommt der Beton bei neuen Projekten?“, konfrontierten. Er erklärte uns alles ausführlich und zeigte uns, wie ökologisch Bad Krozingen jetzt schon ist. Neue Solaranlagen auf dem Dach des Herzzentrums oder auch Elektro-Ladestationen nannte er dabei. Genauso aber auch, dass es noch Verbesserungspotenzial gibt. Beispiel dafür war der Umstieg auf Fairtrade-Kaffee im Rathaus. Als Fazit gibt es zu sagen, dass es viele Ansätze gibt, uns wurde aber auch gezeigt, dass viele eher schleppend und nur schlecht vorankommen. Man kann sagen, dass wir alle viel mitgenommen haben aus diesen zwei Tagen und unser Konsumverhalten jetzt noch einmal überdenken. Denn es ist vielleicht ein bisschen teurer, wenn man auf „Fairtrade“- oder „Gepa“- Siegel achtet. Aber schon kleine Schritte in die richtige Richtung können eine große Wirkung erzielen!

 

Autor: Lukas K. Link